SMARTMETERS

A couple of weeks ago I sent to the Luxemburger Wort a letter with some comments on the introduction of  smartmeters (or smart meters = intelligent electricity counters), which will shortly begin here in Luxembourg. The client has no other choice than to accept!
This letter has been published in an abridged form last Saturday (20 June 2015) in the Luxemburger Wort at page 24. Here is the full text (in German) I wrote on this subject:

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Smartmeter: naïve Begeisterung?

Francis Massen

Die erzwungene Einführung des intelligenten Stromzählers (Smartmeter) wird in den Medien in höchsten Tönen und kritiklos gelobt. Natürlich ist es nützlich und bequem, wenn der Stromlieferant den Zählerstand aus der Ferne ablesen kann, und wenn eine digitale Anzeige eine genauere Angabe des augenblicklichen Verbrauchs ermöglicht als dies die rotierende Scheibe des alten “Ferraris”-Zählers kann. Verschwiegen werden jedoch quasi systematisch mehrere schwerwiegende Konsequenzen dieses neuen Zählers:

  1. Der Smartmeter (in Frankreich auch als “compteur mouchard” bekannt) liefert ein lückenloses Bild unserer Lebensgewohnheiten, da die fast minütliche Abfrage des Zählers ein äusserst klares zeitliches Profil des Stromverbrauchs erstellen kann.
  2. Die traditionelle, einfache und leicht verständliche Tarifierung wird höchstwahrscheinlich sehr bald durch stark schwankende Preisperioden (eventuell im 10-Minuten-Takt) ersetzt, welche den Kunden zu einem Verbrauchsmuster zwingen sollen welches nicht seinen Wünschen, sondern denjenigen des Lieferanten entspricht.
  3. Der Smartmeter ist das unversichtbare Tor zum “intelligenten Netz” mit seiner DMS (Demand Site Management = Verbrauchs-Steuerung). Vorbei die Zeiten wo die über den Panzerkasten fest eingestellte maximale Stromleistung ohne wenn und aber jederzeit verfügbar war: nun sollen Haushaltsgeräte übers Netz freigeschaltet werden können, wenn dies vom Provider erwünscht wird (die Pille wird mit einem billigerem Tarif versüsst) und/oder die verfügbare Leistung wird zeitweilig zwangs-gedrosselt.

Die extravaganten Energieersparnisse welche oft das Hauptmotiv der Smartmeter sind, haben sich in den Ländern wo diese Geräte schon länger oder als Test eingeführt wurden, als Trugschluss erwiesen:.So zeigt eine Studie des Fraunhofer Instituts von 2011 über deutsche und österreichische Haushalte dass die Stromerparnis im Schnitt nur 3.7 % beträgt.

Diese “guilt-meters” (“Schuld-Meter,”) wie Prof. Woudhuyzen sie in einem Artikel des online Magazin WIRED genannt hat, können selbstverständlich gehackt werden (so vom Chaos Computer Club vorgeführt) und erlauben einen Eingriff in die Privatsphäre welche in einem Bericht der Universität von Ryerson (Kanada) so formuliert werden: “Smart appliances offer utilities the opportunity to control areas of life that Courts have considered to be private and intimate”.

Da die grossen Beraterfirmen ja jetzt offenen Zugang zu allen unsern Entscheidungsebenen haben, will ich mit einer Studie von Ernst & Young abschliessen. Im Bericht von 2013 “Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Zähler » steht ganz deutlich dass: « Die von der EU angestrebte Rollout Quote von 80% bis 2022 über eine allgemeine Einbauverpflichtung… ist für den Grossteil der Kundengruppen wirtschaftlich nicht zumutbar ».

PS: Eine ausführlichere Diskussion (mit allen Referenzen) wurde in den APESS Récré No.28 (2014) unter dem Titel “Compteurs et réseaux intelligents, clients impuissants » vom Verfasser publiziert.

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If you have a comment on this subject, please feel free to give it here! If you which a copy of the APESS text, please ask for it.

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